[7] Kurzfristigkeit

11.11.2018

Es gibt viele Menschen die Wege beschreiten, um den Zustand der Welt zu erhalten. Und genau wie bei der Sinnfrage sind sich diese über ihr gemeinsames oberstes Prinzip ihres Handelns unbewusst oder bewusst einig. Die Priorität von Langfristigkeit ist die einzige Änderung in den Köpfen der Menschen, die wir brauchen, um dafür Sorge zu tragen, dass die Erde, wie sie ist, nicht menschenleerer wird. Um zu beweisen warum Langfristigkeit größtenteils vorteilhaft ist, werde ich zeigen, was Kurzfristigkeit langfristig unerstrebenswert macht.


Kurzfristiges Handeln bezieht nur die unmittelbaren Auswirkungen in die Entscheidung mit ein. Wenn wir kurzfristig handeln schauen wir, was es uns in den darauf folgenden Momenten für ruhebringende Vorteile bringt, wenn wir dies oder jenes tun. Oder wir tun einfach aus Gewohnheit, was wir sonst in solchen Situationen machen. Die Entscheidung kann für unsere längere zukünftige Gelassenheit entweder gut, irrelevant oder schlecht sein. Wenn wir Glück haben, werden wir durch unsere Entscheidung, welche sich deren Langzeiteffekte nicht bewusst war, in Zukunft Vorteile haben, welche aber wie gesagt für uns rein zufällig und nicht gewollt herbeigeführt sind. Viel viel öfter werden die anderen Fälle eintreten.

In den häufigsten Fällen wird kurzfristig durchdachtes Agieren, den Zweck erfüllen, dass wir uns in der unmittelbar anstehenden Gegenwart so fühlen, wie wir beabsichtigten. Wie wir uns danach fühlen, kommt stets auf das Wesen der Effekte an. Also ist die Frage: Warum sind Dinge, die wir in diesem Moment wollen, nachteilhaft?

Ich schreite direkt zu dem passenden Beispiel der Drogen. Diese sind kurzfristig wirklich effektiv und zuverlässig in der Wirkung, die sie entfalten. Diese Wirkungen sind erstaunlich oft Gelassenheit, Entspannung, Ausgelassenheit oder Zufriedenheit, also der Zustand der Ruhesynonyme. Aber je nachdem wie viele unerstrebenswerte Nebenwirkungen diese entfalten, können sie das eigene Leben in eine sehr unangenehme Richtung schieben. Ich denke an soziale/gesellschaftliche, geistige, körperliche und finanzielle Entmachtung. Dinge, die zum Teil irreparabel sind und so das gesamte folgende Leben beeinflussen. Ich sage nicht, dass wir nach einer Abhängigkeit von einer sehr schädlichen Droge nie mehr zufrieden sein werden und ein sehr schlechtes Leben an dem Rand der Gesellschaft leben müssen ohne Hoffnung auf Besserung. Es ist nur nach diesen fatalen, sich wiederholenden und kurzfristigen Handlungen deutlich schwerer tugendhaft zu werden.

Abhängigkeiten nehmen uns generell immer ein Stück Freiheit. Mit Kurzfristigkeit erreichen wir keine Tugenden und die meist egoistischen Wünsche, nach denen wir kurzfristiges Handeln orientieren, bringen dem egoistischen Individuum meist mehr Nachteile und eine Negation des Lebensinnes, sodass Kurzfristigkeit das Ziel des Egoismuses, welcher diese Entscheidungenart bestimmt, verfehlt. Diese These begründet sich auf der Weise wie wir Menschen unsere Weltdominanz erst erreichen konnten. Symbiosen und Kooperationen sind der Grund, warum die meisten von uns ohne viel Aufwand und Mühen friedvolle Lebensumstände genießen können. Unsere Spezies ist genetisch determiniert Stämme und Sippen zu formen. Alleine starben wir. Wir brauchten Hilfe von anderen Mitgliedern unserer Spezies; und die Anderen brauchten uns. Wir brauchen Hilfe und müssen helfen, auch wenn es erst anstrengend und unruhebringend ist. Im Winter für meine Familie Feuerholz aus unserem Holzlager im Garten zu holen, war stets unangenehm, aber meine Eltern machten mir auch immer was zu essen, auch wenn sie dafür mehr Zeit in der Küche verbringen musste. Auch mein Vater arbeitete nicht wenig und beschwerte sich nicht, dass er seinen Lohn einsetzte, um Essen nicht nur für ihn, sondern auch für uns zukaufen. Und wenn jetzt ein egoistischer Mensch auf die Idee kommt, es sei ja besser 100% des eigenen Verdienst zu behalten, weil er habe dann ja mehr, kann er nicht damit rechnen von anderen freiwillig einen Anteil von ihrem zu bekommen. Er steht überspitzt betrachtet alleine. Sein Egoismus macht ihn nicht nur einsam, sondern verwehrt ihm auch Unterstützung und Hilfe von seinen Mitmenschen.

Eine egoistische Handlung zielt auf unseren Vorteil ab und lässt die Interessen von anderen außen vor. Nur sind unsere kurzfristigen Handlungen meistens für uns nachteilhaft, aber für manch anderen vorteilhaft. Zum Beispiel führt eine kurzfristige Kaufentscheidung, aus dem gefühlten Drang mit dem gekauften Produkt endlich glücklich zu sein, zu Machtverlust und dem Profit irgendwelcher Verkäufer, welche uns wissentlich mehr versprochen haben - ohne es auszusprechen - als wir erhalten. Dagegen ist eine langfristige Kaufentscheidung, welche die Vor- und Nachteile und weitere Folgen für uns abwiegt, seltener dazu verdammt unglücklich das Erworbene als etwas schlechtes zu erkennen.

Und ich habe noch nichtmal begründet, wie denn durch Kurzfristigkeit unsere Umwelt, unsere Lebensgrundlage, zu unnötig und zu stark geschädigt wird. Das muss ich nicht machen, weil es nicht allzu unverständlich ist und die meisten Menschen kommen auch von selbst drauf, aber um den Feind der Menschheit allen bewusst zu machen, meine These über die Weltzerstörung durch Kurzfristigkeit zu äußern und schonmal kurz Lösungsvorschläge zu geben, werde ich ein kurzes Kapitel einschieben.


Zusammenfassung:

- Kurzfristigkeit bringt meist Nachteile in der Zukunft.

- Kurzfristigkeit zerstört irreparabel.

- Kurzfristigkeit macht uns unfrei.


Nächstes Kapitel: Der Feind