[5] Die Akzeptanz und die absolute Notwendigkeit von Konflikten

20.07.2018

Wenn also das Ziel des Lebens Ruhe schaffen ist, wieso ist das Leben so aufgeregt und durcheinander? Wieso ist nicht alles ruhig? Wieso gibt es Konflikte, diese ewige Unruhe?


Das Leben ist ein buntes Wollknäuel aus Stacheldraht.


Die Frage nach dem Grund der wieder und wieder auftretenden Konflikte und Unruhen in unserer Realität ist eine sehr alte Frage und kennen wir eher in der Formulierung: ''Warum gibt es das Schlechte (wahlweise das Böse) in der Welt?''

Ein Konflikt ist im Mikrokosmos das Aufeinandertreffen zweier Teilchen, bei der Kraft auf beide einwirkt und die Bewegung der Teilchen geändert wird. Im Makrokosmos ist ein Konflikt das aufeinander Treffen großer Massen mit starker Gravitationskraft, die ebenso kollidieren und ihre Bewegung ändern. In unserem Mesokosmos ist es deutlich vielfältiger als in den oberen beiden vereinfachten Aussagen. Wenn wir Menschen Konflikt hören, denken wir an einen Streit oder einen Krieg. Und im Grunde sind dies natürlich auch Konflikte, es geht aber noch differenzierter. Im Duden hat ''Konflikt'' die Bedeutung: ''Durch das Aufeinanderprallen widerstreitender Auffassungen, Interessen o. Ä. entstandene schwierige Situation, die zum Zerwürfnis führen kann''

Darunter fallen nicht nur die offensichtlichen Situationen, wie eine Diskussion, sondern gerade die alltäglichen und unbemerkten Manipulationen, durch Werbung, durch gesellschaftliche Konventionen, durch Medien, andere Menschen und Gesetze. Aber auch Muskelkontraktion, um etwas zu bewegen oder zu stoppen, stellt schon ein Konflikt dar, da die Masse ihren Zustand - bewegt oder unbewegt - wegen der Trägheit der Masse nur aufgrund einer externen, einwirkender Kraft ändert.

Konflikte haben drei Kategorien: Die Vielschichtigkeit, Intensität und Relevanz. Diese Faktoren können stark variieren. So ist eine einzige Liegestütze meist kein vielschichtiger oder intensiver Konflikt. Je mehr Liegestützen wir machen, desto intensiver wird der Konflikt. Wenn du eine machst, um morgens wach zu werden, ist der Konflikt zudem weniger relevant, als wenn du eine Pistole an den Kopf gedrückt bekommst und dir angedroht wird, erschossen zu werden, falls du keine Liegestütze machst. Die Vielschichtigkeit stellt die Breite der kausalen Umstände in der Kausalkette dar, welche durchschaut werden sollten, um die Ursache des Konfliktes verstehen zu können, während die Intensität die ausgeübte Kraft von dem Konflikt und die Relevanz die Wichtigkeit unter Berücksichtigung der Zeit für die Ruhe darstellt.

Nachdem aufzeigen, was ein Konflikt ist, können wir die Frage jetzt episch und eindrucksvoll beantworten. Warum gibt es Stürme, die Wohnhäuser vernichten, die Krankheiten, die jeden befallen und töten können, oder Diebstahl, Vergewaltigungen, Mord, Umweltverschmutzung, Krieg, Hass?

Folgendes scheint generell zu gelten: Sobald sich etwas bewegt, kann es einen Konflikt geben, weil es mit etwas anderem kollidieren kann. Bei Materie entstehen also ständig Konflikte, da Materie sich ständig bewegt. Das wird als Betrachter des Mesokosmos nicht offensichtlich, aber schauen wir uns die molekulare Ebene an, ist es gerade bei lebendigen Konstrukten völlig selbstverständlich, dass die Moleküle/ Atome/ Elektronen usw. nie stillstehen. Der absolute Nullpunkt stellt zwar eine komplette Unbewegtheit der Teilchen dar, ist aber auch nur vorübergehend in einem geschlossenen, totem System erreichbar. Bewegung entsteht durch Energie, sei es elektrische, chemische, kinetische oder thermische. Wärmeenergie erhöht die braunsche Teilchenbewegung und je wärmer etwas wird, desto mehr geraten die Teilchen aneinander, was zum Verwürfnis führen kann, also dem Abspalten von Materie oder den Wechsel in einen anderen Aggregatzustand. Wenn Energie vorhanden ist, gibt es Bewegung. Wenn Bewegung eine Möglichkeit des Aufeinandertreffens zweier Kräfte ermöglicht, wird es einen Konflikten früher oder später geben.

Also wird solange sich die Galaxien umeinander drehen und die Protonen sich nicht mit den Elektronen vertragen, solange Lebewesen Stoffwechsel betreiben und sie wachsen und gedeihen, solange wird es Konflikte geben.

Die Welt ist eben so geschaffen, dass es Konflikte gibt.

Im Großen, Mittleren und Kleinen, auf allen Ebenen, treten sie ständig auf und lassen sich nicht umgehen. Die Flucht, das Ausweichen oder das Lösen der Konflikte ist nicht dauerhaft, langfristig möglich oder nötig. Vielleicht ist gerade deswegen der Umgang mit dem anscheinend Schlechten essenziell für eine gute Lebensführung.

Die Bewertung von Ereignissen kann nur mit einem Vergleich stattfinden. Für diese Erkenntnis erst mal sechs Beispiele.

Warum will Gott - angenommen er existiert nach zeitgenössischem christlichen Verständnis - nicht das Leiden in der Welt enden lassen? Wenn wir nur im Paradies leben würden, wie könnten wir denn glücklich darüber sein keine Schmerzen zu haben. Wenn wir keine Schmerzen kennen, können wir nicht vor Begeisterung in der Schmerzlosigkeit plantschen. Das Leben würde nach dieser Idee also als Vorbereitung auf die Perfektion des Himmels dienen.

Messungen sind der Vergleich von etwas Vorhandenem mit einer festgelegten Quantität oder Qualität. Geschwindigkeit, Zeit, elektrische Ladungen, Masse und noch viele weitere Messeinheiten sind Vergleiche. Wir können sie messen und eine genormte Einteilung vornehmen. Auch die Naturkonstanten sind hilfreich bei dem Vergleich von Messungen und Einteilungen. Die Welt lässt sich durch Vergleiche verstehen.

Wir haben Hormone und Rezeptoren. Wenn nun stetig Dopamin ausgeschüttet wird, tritt ein angenehmer Zustand ein. Da Dopaminmoleküle ebenso wie die Rezeptoren endlich sind, wird eine zu hohe Dopaminkonzentration auf Grund der schon besetzten Andockstellen, den Effekt nicht in das Unermäßliche steigern können. Auch können nicht zu viele Dopaminmoleküle produziert werden, da ein Homöostat dafür sorgt ein Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. So wechselt sich das ''Glücklich sein'' mit dem ''Unglücklich sein'' ab.

Für die Vorbereitung einer hohen Aktivität zur Reaktion auf Stresssituationen gibt es ein System, welches vereinfacht gesagt als Gaspedal fungiert. Der Sympatikus aktiviert in uns bestimmte Mechanismen, welche in Gefahrensituationen sehr hilfreich sind, um besser zu kämpfen oder zu flüchten. Aber auch die Bremse, der Parasympatikus, ist wichtig, weil sie uns ermöglicht nach der vorherigen Situation wieder in einen ungestressten Zustand zu gelangen. Eine Entspannung kann nur nach einer Anspannung entstehen.

Die meisten Menschen merken erst wie gesund sie waren, nachdem sie krank wurden. Wie schön das Wetter war, nachdem es zu kalt oder zu heiß, zu trocken oder zu nass etc. wird.

Der Vergleich, welcher stattfindet um den Status Qou zu bewerten, ist in seiner Ausführung auf das Bekannte und Erlebte reduziert. Er ist der Grund warum sehr wohlhabende Menschen, wenn sie vergessen was durchschnittlich ist und ihre erlebten Ereignis als normal ansehen, trotzdem unglücklich sein können. Ihre Bedürfnisse können wachsen und wachsen bis sie nicht mehr ausreichend befriedigt werden können, was zu einer inneren Unruhe führt. Jene haben dann keinen normalen Vergleichswert mehr, sondern nur die noch Reicheren. Generell gilt, dass sobald wir zwei unterschiedliche Ereignisse miteinander auf Grund ihrer Nützlichkeit vergleichen es ein Besseres und einen Schlechteres gibt. Obwohl beide Ereignisse vorteilhaft sein können, ist das weniger Nützliche das schlechtere Ereignis. Das ist ein weiterer Grund, warum es das Schlechte immer geben wird. Selbst wenn alles gut ist, wird es etwas relativ schlechteres in der Nähe geben.

Auch müssen wir wechselnde Zustände erleben, um jeden einzelnen Zustand wahrheitsgemäß bewerten zu können.

Keine Ruhe ohne Unruhe. Um den erstrebenswerten Zustand zu schaffen, müssen wir also paradoxer Weise das Gegenteil erleben. So wird jeder noch so Aggressive sich so verhalten, um Ruhe zu bringen. Aber unruhig zu sein, führt nicht automatisch zu einer Ruhe. Ruhe hat viele Ursachen, die im vorherigen Kapitel schon grob kategorisiert wurden. Um Ruhe zu erlangen sollte die Ruhe langfristig geschaffen werden und gewisse Geisteshaltungen unterstützend für das Schaffen der Ruhe vorhanden sein.

Wir stellen uns vor: die Welt lebe in Frieden. Alle Nationen außer Zwei: ''Die Streithühnerlanden'' und ''Die Meckerziegennation'' Die Streithühner sind Experten darin Konfliktpotential zu finden, möge es noch so klein und unrelevant sein und über diese potentiellen Streitpunkte zu streiten, als ginge es um Leben und Tod. Sie geraten in aufgebrachte Diskussionen, wer denn dafür verantwortlich sei und üben konstant übertriebene, beleidigende Kritik an allen die potenziell einen Fehler gemacht haben könnten. Direkt daneben liegt die wehleidige Meckerziegennation ,die leider auf einem riesigen Sumpf des Selbstmitleids errichtet wurde. Dauernd versinken darin Bewohner und klagen über ihr Leid und die Ungerechtigkeit, die sie erfahren, vergessen aber dabei, dass jede Nation mit ihrem Staatsterritorium zu kämpfen hat. Selbst die ''weise Schildkrötendemokratie'' sind sich einig, wenn die Möglichkeit entsteht, sollte die Meeresströmungsinfrastruktur etwas schneller strömen. Darüber beklagen sie sich nicht, sondern akzeptieren es. Die Meckerziegen hingegen sind das Gegenteil von blind. Sie schauen sich um, lesen ''das Maul am Sonntag'' und sehen alles Schlechte. Auf jeder Geburtstagsfeier wird verdeutlicht, dass das Geburtstagskind ja leider wieder ein Jahr älter ist und damit näher am schrecklichen, hässlichen Tod steht.

Beide Staaten hegen einen uralten Hass gegeneinander. Die Streithühner machen die Meckerziegen verantwortlich dafür, dass sie zu laut meckern und somit jeden verrückt machen würden. Sie fordern einen von allen Nationen organisierten, utilitaristischen Genozid an den Meckerziegen, damit diese Übeltäter endlich weg sind. Die anderen friedlichen Nationen belächeln diesen lächerlichen Vorschlag, sind aber sichtlich genervt über die unaufhörlichen,pessimistischen Proteste mit dem Slogan :'' Ihr seid Mörder! Womit haben wir das verdient?'' Ungewöhnlich für einen Protest ist die resignierte, traurige Haltung der Protestanten, die in Interviews sagten: ''Mein Leben ist so scheiße, ich habe eh nichts anderes zu tun.'' Die Kämpfe dagegen sind sehr konfliktreich und werden wahrscheinlich noch lange weiter gehen.

Was man aus der Geschichte lernt, ist, dass es weit interessanter ist über die zwei Unzufriedenen in einer Welt voll von Ruhe und Zufriedenheit zu schreiben und zu lesen, als sich mit dem Grund für die Gelassenheit jener zu befassen. Diese Fokussierung auf das Schlechte, welche auch die beiden Staaten überspitzt besitzen, ist etwas wichtiges für unser Überleben gewesen. Aber in der Moderne sind wir größtenteils so sicher, dass dieser Fokus schlichtweg nicht mehr nötig ist. Es gibt noch genug Probleme und diese können eine Gefahr für das Überleben unserer Spezies sein. Nur ist es nicht mehr der schleichende Säbelzahntiger, sondern die schleichende Umweltverschmutzung, der Klimawandel (usw.). Ich meine alle menschengemachten, langfristigen Bedrohungen. Diese als relevant zu erkennen ist an und für sich nicht schwer, wäre da nicht ständig die Dauerbeschallung der ''Meckerziegen-Pressen'' und ''Streithühner-Zeitungen''. Wir können in dem Meer von schlechten Neuigkeiten den Blick für das Relevante verlieren. Zudem wird uns seltener Gutes gezeigt. Aber auch die Menschen im Allgemeinen fliehen freiwillig in Scharen ständig der unangenehmen, harten Realität.

Deswegen sind wir selbst in der Verantwortung das Schöne und Gute zu sehen. Nicht mit einem naiven Ausblenden der schlechten Dinge. Viel mehr mit einem Vergleich und einer Bewertung der Relevanz, denn Relevanz ist relevant.

Wenn wir eine Platte voller Kuchenstücke haben, sollten wir nicht das Eine beweinen, dass von einem bösen Nachbarsjungen stibitzt wurde oder schon so lange da steht und jetzt schlecht riecht.

Wichtig ist, dass wir uns immer wieder von Neuem bewusst machen, wie viel gutes auf der Platte noch liegt und die Sachen, die schlecht werden, entfernen bevor die noch guten Stücke auch anfangen zu schimmeln.

Natürlich werden Zustände wie Gesundheit oder eine funktionierende Beziehung zu einem Partner oder einem Familienmitglied oft übersehen, aber ich möchte all die Pessimisten auffordern sich wirklich an wahrhaftigen Quellen über das Ergehen der Welt zu informieren, denn der positive Fortschritt ist ein meist vergessenes Käsekuchenstück. Sehr viel hat sich verbessert und das ist auch wissenschaftlich festgehalten. Die zwei Pole Verschlechterung und Verbesserung existieren. Eine Prognose zu machen, wie genau die prozentuale Verteilung liegt, liegt leider noch nicht in meiner Macht (Ich würde 35-65 raten). Auch sollte man sich die psychologischen Studien über den Optimismus und seine gesundheitlichen Folgen zu Herzen nehmen.

Was die Objekt repräsentierenden Kuchenstücke anbelangt:

Alles was wir haben, alle materiellen Objekte (auch unser materieller Körper) gehören uns nicht. Sie wurden uns gegeben(von der Natur, Gott oder dem Schicksal), oder wir haben sie uns genommen. Aber sie können uns auch wieder genommen werden. Die Kausalkette erscheint uns als zufällig. Alles ist vergänglich. Alles kann also zerstört werden oder verloren gehen. Es gibt Menschen, die sich innerlich aufbringen lassen von dem Verlust geliebter Objekte oder allein der Bedrohung, dass es ihnen abhanden kommen könnte. Doch sie wissen nicht, dass Objekte genau wie andere Subjekte nur bedingt unter ihrem Einfluss stehen. Genau wie die Beispiele für Memento Mori im vorigen Kapitel, ist sicher, dass es keine Sicherheit gibt. Wenn wir unsere Ruhe und unsere Zufriedenheit an etwas binden, welches dem eigenen Einfluss nicht unterliegt, ist beides vom Zufall bestimmt und kurzfristig.

Wenn wir nun also aus den Fehlern anderer lernen und unser eigenes Verhalten anpassen, unsere Persönlichkeit zum Positiven ändern, können wir ein gutes, ruhiges Leben führen, welches sich auf kein sandiges Fundament gebaut hat, sondern auf entschlossenen Fels. Das Verhalten des Ichs kann für manches der schlechten Dinge, in der für das Individuum relevanten Welt, verantwortlich sein.

Das Verhalten ist eines der zwei Waffen gegen das Schlechte. Aber während das Verhalten gegen die vom Individuum beeinflussbaren Feinde kämpft, ist die Geisteshaltung die Waffe gegen alle Dinge, die sich unserem Einfluss entziehen und schlecht scheinen. Mit den richtigen Geisteshaltungen sind auch die größten Dinge ertragbar: die Umweltverschmutzung, Hungersnöte, Krieg, Tod.

Alle erstrebenswerten Geisteshaltungen zu finden und zu ergründen ist wichtig und unglaublich mächtig. Aber eine Aufgabe, die jeder für sich selbst angehen sollte. Wir dürfen natürlich die Ratschläge der Personen holen, welche die Wege zur Ruhe kennen, aber diese zu verstehen und zu befolgen bleibt jedem von uns selbst überlassen.

So bleibt es dir überlassen zu verstehen, dass Ereignisse neutral sind und durch die vielschichtige Kausalität der Kausalkette entstehen. Erst die intuitive Bewertung dieser durch das Individuum, welches die Relevanz anhand der Nützlichkeit oder der Schädlichkeit erforscht, macht diese zu Konflikten, wenn nachteilhafte Konsequenzen auftreten.

Schlecht(Definition): Das Ereignis ist für das betrachtete Subjekt oder Objekt nicht tuhebrimgend.

Gut(Definition): Das Ereignis ist für das betrachtete Subjekt oder Objekt ruhebringend.

Zu unserem Vorteil trägt die Komplexität der Realität dazu bei, dass ein Ereignis gut für jemanden sein kann und gleichzeitig schlecht für jemand anderes. Das können wir am deutlichsten an einer Räuber-Beute-Beziehungen erkennen. Aber unser Wollen ist auch nicht als in sich einstimmiges handelndes INdividuum zu betrachten. So entstehen in unserem Wollen konstant Interessenkonflikte. Als berühmtes Beispiel die Rivalität des Es gegen das Über-Ich.

Manche kennen bestimmt den Drang danach eine Person, welche einen gezielt provoziert, körperlich zu attackieren und die Hemmungen gegen diese Handlung, da Körperverletzung strafbar ist und mentale Schwäche zeigt. Beide inneren Interessen treten gleichzeitig in den Ring und die boxenden Kängurus kämpfen auf Sieg oder Niederlage um das Handeln bestimmen zu können. Die gegenwärtigen, äußeren Umstände entscheiden genauso über die Stärken der Interessen, wie die Erziehung und das sozial Umfeld. Die Priorität der Interessen, welche das Maß der Stärke im Interessenskonflikt darstellt, ist unterschiedlich.

Daraus solltest du mitnehmen, dass Konflikte auf den ersten Blick gegen die eigenen, relevanten Interessen gehen, jedoch es ein Bedürfnis gibt (genannt Wachstum (auch eine Ursache von Ruhe)), welches die Natur essentiell prägt, sie am Leben erhält und in uns allen wächst. Dieses Bedürfnis wird erfüllt, wenn wir an den Herausforderungen stärker werden. Um körperlich stärker zu werden, müssen wir trainieren. Trainieren ist sich freiwillig und bewusst Konflikten auszusetzen, um an ihnen zu wachsen. Aber auch wenn wir nicht freiwillig oder bewusst Konflikten gegenübertreten, werden wir von mal zu mal in dem Überkommen von sich Gleichendem besser. Indolenz lässt sich sehr einfach trainieren, indem man barfuß über einen Schotterweg schreitet. Mit der Geisteshaltung, dass wir an Konflikten wachsen, gehen wir offener und kampfbereiter an diese heran, was leicht vorteilhafte Folgen in der Zukunft nach sich zieht. Aus Fehlern können die Willigen lernen. Kombiniert mit der Erkenntnis, dass es immer Konflikte gibt und es unmöglich ist diesen auszuweichen, sind Konflikte, obwohl viele sie als negativ ansehen, auch positiv.

Das ist kein naiver Optimismus, der annimmt alles sei gut und wird gut. Du musst selber aktiv werden und die Kausalitäten verstehen. Dann dein Handeln und deine Geisteshaltungen anpassen, sodass man das Wachstumspotenzial auch nutzen kann. Die Zukunft wird nur besser, wenn man Verantwortung übernimmt und sie selbst besser macht. Ein Teil wird immer Schlecht bleiben - genau wie es immer Gutes geben wird. Und vieles liegt erst gar nicht in unserer Macht.

Probleme und Konflikte werden immer gelöst, wenn nicht durch das Eingreifen eines Individuums, dann durch die Zeit. Welcher Konflikt löst sich nicht mit der Zeit? Etwas geht verloren und wird nach ein wenig Zeit wieder gefunden. Jedes Problem, welches ein Subjekt verspürt, löst sich spätestens bei dessen Tod auf. So wird auch irgendwann eventuell das Universum ''sterben'' und alle Konflikte sind damit verschwunden.

Zu Ende dieses Kapitels möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass die Relevanz der Konflikte relevant ist. Viel zu oft beschweren wir uns über Ereignisse, welche fast komplett irrelevant erscheinen, wenn wir unseren Blick weiten oder das große Ganze betrachten. So hat mir ein weißer Junge erzählt, dass er in seinem Leben noch schwarz werden will. Dieser Konflikt erscheint mir persönlich als sehr irrelevant. Manche Konflikte sind so irrelevant, dass wir sie nicht einmal lösen sollten.

Zum Ende, weil es in dieses Kapitel passt, ergänze ich: Keinen Grund für Unruhe ist der beste Grund für Unruhe.

Während dem Schreiben des Kapitels hatte ich viele verschiedene innere und äußere Konflikte und habe mehr auf die Konflikte von anderen geachtet. Noch jetzt habe ich einen Konflikt mit mir selbst, da ich nicht zufrieden bin mit dem Kapitel. Es ist zu lang und total durcheinander. Die Aussagen und die Struktur sind zwar sinnvoll, aber ich denke, dass dieses Kapitel durch die große Varianz sehr schwer zu verstehen ist; dass ich es hätte besser machen könnte. Es vielleicht einfacher schreiben sollte. Auch die Übergänge sind (wie meine Deutschlehrerin sagen könnte) nicht organisch.

Ich bin trotzdem fertig mit dem Kapitel und demonstriere damit, Konflikten können wir nicht ausweichen. Selbst ein geübter Philosoph, wie ich es bin, hat Konflikte und kann sie teilweise weder lösen noch akzeptieren.


Zusammenfassung:

- Konflikte sind überall und unvermeidbar.

- Konflikte sind für Ruhe notwendig.

- Wir sollten sie akzeptieren und mit ihnen umgehen lernen.


Nächstes Kapitel: Gewöhnung und Anpassung