[12] Ist der Zufall wirklich zufällig?

28.01.2019

 Ja, ist er. Warum dann dieser Titel? Weil dieses Kapitel den Zufall behandelt. Der Zufall ist einer der drei möglichen Kerne der Realität, aber auch eine Kraft, welche komplett außerhalb des Ichs ist. Jenseits von uns. Unkontrollierbar. Diese Macht, welche der Zufall, die Unvorhersehbarkeit der Zukunft, das Wechselspiel des Gegenwartschameleon und der rote Faden unserer Vergangenheit, auf uns ausübt, macht unser Leben interessanter. Die Spannung baut sich auf. Wann werde ich sterben? Wie werde ich sterben? Komme ich mit ihr zusammen? Bekomme ich den Job? Kann ich etwas tun, um dieses und jenes für Mich und Andere positiv zu beeinflussen?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht mal was ich mit ''es'' meine. Und ihr wisst, dass ich es nicht weiß. Ich weiß, dass ich nichts weiß - oder ich weiß nicht, dass ich weiß. Wir wissen es nicht. Im Streben, gerade wenn wir uns dessen Absurdität bewusst sind, liegt der Sinn. Wenn wir nicht wissen wollen, folgt Unruhe. Langfristigkeit ermöglicht uns langfristige Ruhe, weil diese die Macht ist, welche wir der zufälligen Macht entgegenwerfen. Mit voller Mühe stemmen wir uns gegen das, was wir nicht wissen und kontrollieren. Viel in diesem Kapitel ist nicht neu, aber anders formuliert. Für mich fühlt es sich wie eine sprichwörtliche Ewigkeit an, seit ich schrieb, dass Macht ein Pfad zur Ruhe sei; für dich sind es lediglich __ Seiten, seit dem du es gelesen und darüber nachgedacht hast.

Der Zufall könnte das Wesen sein. Was uns zu einer viel grundlegenderen Frage kommen lässt... Warum wissen wir nicht was eigentlich der Realität im Herzen sitzt?

Sollten wir das kosmische Gedicht

nicht

verstehen?

Mit den Reimen durch das Universum gehen

Das wir wissen, was das Wesen sein kann, ist wahr

und zwar:

Zufall/Kausalität/Gott

Gott ist mir im Moment zu irrelevant. (Tut mir leid falls es dich gibt)

Die Existenz von Kausalität ist lebensnotwendig. Wenn alles zufällig wäre, würden mehr bizarre Situationen auftreten. Aus dem Mund des Lehrers beginnt ein Wasserfall zu schwellen. Dein Kaffee verwandelt sich in Lava. Und der Kerzenständer katapultiert die Zitronenduftkerze wie ein Raumschiff in den Erdorbit.

Ist es nicht evident, dass Logisches kausal und existent ist? Wenn nun aber auch Zufall in unserem Mesokosmos scheinbar unmöglich nicht da ist, ist das Wesen der Realität für uns nicht einfach beides? Ja und Nein. Kommt auf die Geisteshaltung des Individuums an.

Aber im Grunde sollten wir für das Erlangen der Ruhe mit beidem umgehen können: Mit der Kausalität und dem Zufall.

Während die Kausalität dem logischen Individuum leicht zum Verbündetem wird. Ist der Zufall ein dreckiger Opportunist, der selbst nicht weiß was er eigentlich will. Er entscheidet nicht nur mit einer Münze wie TwoFace, sondern spielt Roulette, Bingo, Lotto und Mensch-ärgere-dich-nicht gleichzeitig. Die Komplexität der Realität an seinem Arbeitsplatz. Wie gehen wir mit einer Person um, welche keine Konsistenz in seinem Verhalten hat. Die sich wie ein Tripendulum über unseren Pfad schleudert?

Erst mal akzeptieren wir das Dasein des Zufalls. Wir können daran wenig ändern. Dann verringern wir dessen Einflussbereich durch Wissen, Macht und gegebenenfalls Sicherheit. Um schließlich individuelle Wege zum Trotz gegen den Zufall zu finden. Er ist ja nicht immer schlecht für uns. Zum Beispiel erkenne ich mein Glück in Anbetracht der Gene meiner Eltern. Ich habe mit viel in meinem Leben Glück gehabt. Ich habe Angst diese Gaben zu verschwenden.


Zusammenfassung:

- Das wahre Wesen der Realität ist immer noch nicht klar.

- Der Zufall ist eine zufällig gute oder schlechte Macht.

- Es gibt Pfade seinen Einfluss auf uns zu mindern.


Nächstes Kapitel: Unser Streben nach Macht